Eine der schönsten Routen nach Kingston führt von Anotto Bay auf der A3 im Tal des Wag Water Flusses
nach Stony Hill, der an den Berghängen gelegene Vorort von Kingston. Unterwegs sollte man
unbedingt eine Pause im "Castleton Gardens" - dem wohl schönsten botanischen Urwaldgarten Jamaikas -
einlegen und eine Führung mitmachen. Hier wurden die ersten Poinciana (1869) und Bombay-Mangobäume
(1869) angepflanzt. Erfrischungen gibt es in einem kleinen Restaurant auf der Flusseite.
Kingston ist nicht nur die Hauptstadt von Jamaika, sondern mit ca. 850.000 Einwohnern
zugleich die grösste englischsprachige Stadt südlich der USA. Das wirtschaftliche
und kulturelle Zentrum der Insel erstreckt sich, weitläufig zersiedelt, vom Hafenbecken
aus nach Norden bis in die Ausläufer der Blue Mountains. Die grobe Einteilung von
Kingston in "Uptown" und "Downtown" bezeichnet nicht nicht nur eine rein geographische Trennlinie -
die beiden Stadtteile markieren auch einen deutlichen sozialen Unterschied. In Uptown liegen
eine moderne Bürostadt, das Universitätsgelände, sowie das Regierungsviertel. Dagegen ist
Downtown die Heimat der meisten "Kingstonians", eine sozial schwächere, pulsierende Stadtlandschaft,
deren Probleme nicht zu übersehen sind. Nichtsdestotrotz ist Kingston eine impulsive und turbulente
Stadt mit vielen Reizen. Einen Besuch lohnen vor allem die Theater (besonders das Ballett des
National Dance Theaters, das Universitätsgelände, das "Devon House" mit seinem herrlichen Restaurantgarten oder die vielen Galerien.
Die "reichste und verruchteste Stadt der Welt" wurde sie einst genannt. Diesen eher zweifelhaften Ruf eines
Sündenbabels verdankte Port Royal den Piraten, die den strategisch güstig gelegenen Ort auf der Landzunge, die den Hafen von Kingston umgibt, zu ihrem Hauptquartier gemacht hatten. Heute verdient das Fischerdorf
eher das Prädikat "verträumt". In den einfachen Restaurants am Hafen kann man ausgezeichnete
Fischgerichte geniessen und bei Einbruch der Dunkelheit den Blick auf die Lichter von Kingston bewundern.
Und im Marinemuseum der alten Festung Fort Charles wird die Zeit der Seeräuber und Eroberer noch einmal lebendig.
Tief hängen die Wolken zwischen den Bergen, die in dem diesigen Licht tatsächlich blau und geheimnisvoll wirken:
Die Bergkette der Blue Mountains erstreckt sich von Kingston bis and die Nordküste der Insel und erreicht auf
dem Gipfel des Blue Mountain Peak eine Höhe von 2200 Metern. Berühmt geworden ist Jamaikas Gebirge vor
allem durch den aromatischen Kaffee, der in dem feucht-tropischen Klima des Regenwaldes besonders gut gedeiht.
Wer die abenteuerliche und ursprüngliche Welt dieser Berge näher kennenlernen möchte, dem sei die Besteigung
des Blue Mountain Peak empfohlen. Der zweitägige Marsch ist allerdings sehr anstrengend und nur geübten
Bergwanderern zu empfehlen.
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