Auf dem Weg von Runanway Bay nach Ocho Rios kann man bei St. Ann's Bay die Küstenstrasse A3
für einen Abstecher ins Landesinnere (A1) verlassen . Auf kleinen gewundenen Strassen fährt
man langsam durch den Dschungel, der so dicht ist, dass man nicht einen Schritt hinein tun könnte.
Ebenso faszinierend ist seine Farbenpracht: tausend Schattierungen von Grün, mit roten, gelben und
blauen Blumen getupft.Ab und zu öffnet sich der dichte Vorhang und gibt den Blick in tiefe Schluchten
frei, und hinter manchen Kurven tauchen plötzlich kleine Dörfer auf, die die Welt vergessen
zu haben scheint.
Die A3 führt wieder nach Norden, Richtung Ocho Rios und einmal mehr überrascht die Landschaft:
Geschlungene Hügel mit kleinen Steinmauern machen die englische Szenierie perfekt.
Dann verdunkelt sich der Himmel , man ist in Fern Gully. Dieser Tiefe Taleinschnitt
mit seiner stetig abfallenden kurvenreichen Strasse war früher das Bett eines Flusses,
an dessen Ufer Farne wucherten, winzig kleine und meterhohe, unzählbar viele Arten.
Der Fluss verschwand - alles andere ist noch da. Überdimensional steigen die Farne
in den Himmel, von dem sich das Sonnenlicht nur mühsam den Weg durch das Dickicht
bahnen kann. Staunend fühlt man sich in prähistorische Zeiten zurückversetzt.
Grösser kann ein Unterschied nicht sein: Von Fern Gully in das moderne jamaikanische
Urlaubszentrum, Ocho Rios. Die Geschichte dieser Stadt beginnt mit einem Missverständnis.
"Las Chorreras" (Die Wasserfälle) hatten die Spanier das kleine Fischerdorf
ursprünglich genannt. Aber die späteren englischen Siedler machten daraus versehentlich
"Ocho Rios". Diese "Acht Flüsse" gibt es also gar nicht. Dafür aber mittlerweile
alles andere, was der Urlauber von Jamaica erwartet. Aus dem Fischerdorf von einst wurde so eines der beliebtesten Ziele der Insel.
Wer in den vielen kleinen Boutiquen oder dem
"I climbed Dunn's River Falls" prangt es auf den T-Shirts, die einem schon an der Einfahrt zu dem
Gelände überall begegnen. Mitten in einem idyllischen Tropenwald gelegen, ergiessen sich diese weit über die Grenzen Jamaikas hinaus berühmten Wasserfälle in einer Serie von Kaskaden gut 200 Meter tief bis zum Meer.
Ihre Popularität verdanken sie neben ihrer Schönheit der Tatsache, dass man sie selbst besteigen kann.
Immer wieder sieht man an der Mündung zum Meer Menschenketten Hand in Hand die natürlichen Stugen erklimmen,
in den ruhigeren Stellen zwischendurch ein Bad nehmen oder sich in den tosenden Wassermengen vergnügen. Den
sicheren und schönsten Weg nach oben weist ein Führer, der auch für Kameras alle Art zuständig ist.
Und obwohl ihm nicht selten zehn oder mehr Fotoapparate um den Hals baumeln, schafft er nicht nur alle trocken nach oben,
sondern macht auch noch mit jedem die schönsten Erinnerungsfotos.
Eine weitere Sehenswürdigkeit in Ocho Rios ist das "Island Village". Hier kann man im "Island Grill" köstliche jamaikanische Gerichte im "fast-food"-Stil sehr günstig essen, man kann Bilder namhafter
lokaler Künstler erstehen und ausgewähltes Kunsthandwerk, sowie anspruchsvollen (duty free) Schmuck
aller Kategorien und Internationaler Marken erwerben, man kann sich im "Marguaritaville" an der Poolbar
verwöhnen lassen während die Kinder die gewundene Wasserrutsche in den Pool hinuntersausen - oder man kann
am kleinen Strand des Island Village ein "Red Stripe" Bier geniessen mit Blick auf die Kreuzfahrtschiffe,
die nicht weit entfernt festmachen. Ausserdem gibt's hier ein Reggae-Museum "Reggae Xplosion", ein idyllisches Kaffeehaus in beleuchteter tropischer Gartenanlage,
Live-Reggae-Musik, u.v.a.m.
anz in der Nähe der Dunns River Falls (von dort zu Fuss erreichbar), befindet sich "Dolphin Cove",
eine Bucht, in der Delphine gehalten werden. Man kann hier den Delphinen nicht nur beim Springen und Spielen zuschauen, sondern das
Programm bietet darüberhinaus "swim with the dolphins" (dazu werden Schwimmwesten verteilt),
also mit den Delphinen zusammen schwimmen, sie berühren und mit ihnen "kommunizieren" (was ja bekanntlich
in vielerlei Hinsicht und für viele Menschen auch therapeutische Wirkungen haben soll) - alles unter fachkundiger Aufsicht.
Ein "Dchungel-Pfad" bietet zudem
(fast) freilebende Papageien und Schlangen.
Auch ein Ausflug zu den Shaw Park Gardens und dem Shaw Park Gardens Wasserfall in Ocho Rios lohnt sich.
Unter fachkundiger Führung wird die ganze Vielfalt der tropischen Vegetation Jamaikas erkundet und erläutert.
Auch viele exotische Vögel kann man hier beobachten. Darunter befinden sich verschiedene, teilweise
winzige Kolibriarten, so auch der Schwalbenschwanz-Kolibri, der auf Jamaika "Doctor Bird" genannt und zum Nationalsymbol erhoben ist. Auf der Anhöhe des Shaw Park Garden geniesst man einen atemberaubenden Blick über die Bucht von Ocho Rios.
Nicht weit von Ocho Rios Richtung Port Maria, südlich von Oracabessa, liegt "Firefly" auf einem kleinen Hochplateau, der ehemalige Wohnsitz des englischen Dramatikers Noel Coward - getauft nach den hier angeblich besonders
zahlreichen Glühwürmchen. Wer das Haus, heute ein Museum, besucht, bekommt nicht nur einen guten Eindruck von Leben und Arbeit Noel Cowards, sondern auch ein spektakuläres Panorama zu sehen . Hier hat auch Ian Flemming eine Reihe
seiner James Bond - Manuskripte geschrieben. Im ersten Stock liegt ein Raum,dessen mehrere Meter breites Fenster
einen kilometerweiten Blick über die Nortküste, Port Maria, Port Antonio und in der Ferne auf die Gipfel der Blauen Berge erlaubt. Und es ist nicht verwunderlich, dass Coward in eben diesem Raum sein weltberühmtes Stück "Zimmer mit
Aussicht"
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