Port Antonio

Der Weg nach Port Antonio führt in den östlichen Teil der Insel, wo das Leben an vielen Orten noch so verläuft, als hätte nie ein Tourist die Insel betreten. Die lange und etwas holprige Fahrt hat sich schon gelohnt , wenn die charakteristische Silhouette der Doppelbucht von Port Antonio vor einem liegt.

Die Stadt hat eine bewegte Geschichte, die sogar einmal in einem Lied beschrieben wurde, das noch heute ein Welthit und Evergreen ist. Denn einst war Port Antonio der grösste Bananenhafen der Welt, und von dem harten und entbehrungsreichen Leben der der Arbeiter sang Harry Belafonte in seimem berühmten "Day-O". Der "Tallyman" zählte die Menge der Bananenstauden, nach der sich der karge Lohn der Erntearbeiter richtete. Aber Naturkatstrophen und die Panama-Krankheit beendeten die wirtschaftliche Blüte des Bananengeschäftes, und Port Antonio verfiel in einen Dornröschenschlaf, aus dem es bis heute nicht aufgewacht zu sein scheint. Zum Glück - denn es gibt wohl auf der ganzen Insel keinen zweiten Ort, an dem sich Ruhe, Idylle und "normales" jamaikanisches Leben so perfekt mit der beeindruckenden Schönheit der Landschaft verbindet wie hier.

Überall in der Stadt erinnern alte Gebäude an die vergangenen Tage, und im Leben der Bewohner spielt der Tourismus noch nicht die alles vereinnehmende Rolle. Das Stadtbild Port Antonios wird natürlich von den zwei Buchten dominiert. Dem östlichen Hafenbecken vorgelagert ist Navy Island, jene Insel mit Robinson-Crusoe-Charakter, die Hollywoodstar Errol Flynn nach seiner unfreiwilligen Bekanntschaft mit Jamaika erwarb, und die für einige Jahre zum Treffpunkt für Stars und Sternchen aus aller Welt wurde. Im Süden ist Port Antonio von einer steil ansteigenden Hügelkette umgeben, von der aus man einen herrlichen Blick über die Stadt, die Zwillingsbucht und Navy Island hat.

Der im besten Sinne altmodische Charme von Port Antonio begnet in anderer Form auch auf einem Ausflug an den "Rio Grande", der sich über 40 Meilen lang einen Weg durch den Urwald bis zum Meer, bahnt. Auf diesem Fluß hat sich das "Rafting" zu einer beliebten Attraktion entwickelt. Mit einem langen, schmalen Bambusfloss kann man sich acht Meilen flussabwärts durch den faszinierenden Urwald bis zur Meeresmündung flössen lassen und die urwüchsige Natur bestaunen, während der breite Strom ruhig dahinfliesst.

Der würzige Geruch, der in die Nase steigt, stammt von einer kulinarischen Spezialität Jamaikas, dem "Jerk Pork". Seit Jahrhunderten bereiten die Jamaikaner es schon auf die gleiche Art und Weise zu: starkgewürztes Schweinfleisch (oder Huhn) wird über noch jungem, schwelenden Pimentholz gegrilt und erhält dadurch sein ganz besonderes Aroma. Ein Essen, das zwar sicherlich nie den Sprung auf einen Diätplan schafft, aber dafür um so herzhafter schmeckt. Besonders gut ist das "Jerk Pork" am Boston Beach, einem der drei idyllischen Strände östlich von Port Antonio. Auch "San San" ist ein beliebtes und sehenswertes Badeziel.

Genau zwischen diesen beiden liegt "Frenchman's Cove", eine grüne Oase, in die ein kleiner Fluss in eine fast kreisrunde Bucht mündet. Dieser Strand gilt zu Recht als einer der schönsten Flecken auf der ganzen Insel, was auch den Machern der Traumfabrik Hollywood nicht verborgen blieb. Sie wählten die Bucht als natürliche Kulisse für viele Filme. Und sie mussten nicht weit fahren, um eine zweite filmreife Naturschönheit zu finden. In der "Blue Lagoon" (Blaue Lagune) vermischen sich eine aus 65 Meter Tiefe sprudelnde Mineralquelle und das Meerwasser, was der malerischen Bucht ihren smaragdfarbenen Schimmer verleiht.


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